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Innovative Unternehmen der Region öffnen Türen für Studierende

Wo heute schon die Zukunft begonnen hat

04.12.2019

Wissenschaft und Wirtschaft zu vernetzen und Nachwuchskräften den Austausch mit führenden Unternehmen zu ermöglichen – das ist das Ziel. Studierende des Fachbereichs Handel und Logistik der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften warfen jetzt auf Einladung der WLH Wirtschaftsförderung im Landkreis Harburg GmbH einen Blick hinter die Kulissen der E&K Automation GmbH in Rosengarten sowie der IN-TIME Transport GmbH in Buchholz.

Der Stapler auf der Teststrecke in den Hallen der E&K Automation GmbH dreht seine Runden, fährt vor und zurück, scannt seine Umgebung. Ein Fahrer sitzt hier nicht am Steuer. Doch Jan Drömer, CIO bei der E&K Automation GmbH, weiß, dass er sich auf die Technik verlassen kann. Mit dem Rücken zum Fahrzeug stellt er sich vor die Gruppe Studierender der Ostfalia Hochschule und gibt Einblicke in die Arbeit des Unternehmens.

Was hier in kleinem Rahmen zu sehen ist, hat E&K zu einem der führenden Hersteller und Entwickler  für fahrerlose Transportsysteme wachsen lassen. Ob in der Humboldt-Universität zu Berlin, ob im großen Stahlwerk oder im Kühllager einer Großmolkerei – überall dort, wo Lasten zu belastend und Arbeitsbedingungen zu unwirtlich für Menschen werden, sind die Fahrzeuge von E&K unterwegs. Vollautomatisiert.

Mit mehr als 1000 fahrerlosen Transportsystemen, mehr als 200 Mitarbeitern in Deutschland, Italien, Tschechien und England, und über 30 Millionen Euro Jahresumsatz gehört die E&K Automation GmbH zu den Innovationstreibern der Region. Die Zukunft der Logistik hat hier schon längst begonnen.

„Unser Unternehmen ist aus einem Ingenieurbüro entstanden, es mangelt also nicht an Ideen“, sagt Jan Drömer und zeigt auf, wie sich E&K nicht nur mit vollautomatisierten Staplern und Sonderbauten, sondern auch mit flexibel beweglichen Plattformsystemen und Forschungsprojekten im Bereich der Kleinrobotik einen Namen macht. Dass das nicht ohne gut ausgebildetes Fachpersonal geht – auch das betont Jan Drömer. Einer der Gründe, warum sich das Unternehmen für Studierende öffnet und sich vernetzt.

„Für uns als Hochschule der angewandten Wissenschaften ist der Kontakt in die Unternehmen sehr wertvoll. Hier sehen die Studierenden, dass Logistik alles andere als staubtrocken ist. Die Vielfalt der Aufgabenfelder, die die Studierenden aus der Theorie kennen, erleben sie hier direkt im Unternehmen“, sagt Dr. Kirsten Wegner, Professorin an der Ostfalia Hochschule am Standort Suderburg.

Dass Logistik nicht einfach nur ein „Job“ ist, sondern Fachpersonal braucht, um den unterschiedlichsten Anforderungen gewachsen zu sein – das zeigte auch der Besuch bei der IN-TIME Transport GmbH am Trelder Berg in Buchholz. 2018 eröffnete das familiengeführte Unternehmen seinen bislang modernsten und größten Standort in einem komplett nachhaltig gebauten und innerlich wie äußerlich hochmodernen Lager. Das rund 21.000 Quadratmeter große „Warehouse“ bietet Platz für rund 36.000 Europaletten-Stellplätze, darunter 12.000 für Gefahrstoffe diverser Klassen. 50 Zugmaschinen und 30 Trailer gehören zum Fuhrpark.

Doch hinter der bunten Fassade des markanten Baus arbeiten die insgesamt 120 Mitarbeiter des Unternehmens nicht nur an Transport und Lagerung. Auch Spezialaufträge von der Konfektionierung bis hin zur Produktveredelung, zum Beispiel für die Lebensmittel- oder Pharmaindustrie, können hier abgewickelt werden – ein Grund, warum IN-TIME ebenso Dienstleister von namhaften Global-Playern wie vieler Start-ups ist, die ihr Geschäft skalieren wollen und wachsende Kapazitäten und Zuarbeiten brauchen. „Wir haben uns erfolgreich auf den norddeutschen Markt spezialisiert und unterscheiden uns nicht nur in der Bandbreite unserer Services, sondern auch in unserem Auftreten bewusst von anderen Logistikern“, sagt Vertriebsleiter Tim Meyer.

„Wir freuen uns, dass die Unternehmen so offen für den Austausch sind und sich viel Zeit genommen haben, um den Studierenden aus Handel und Logistik einen Einblick in die verschiedenen Arbeitsbereiche zu geben“, bedankt sich Anne Schneider, WLH-Projektleiterin Innovation. Jens Wrede, Geschäftsführer der WLH, ergänzt: „Besonders weil der Landkreis Harburg keinen Hochschulstandort hat, ist uns die Vernetzung von Wissenschaft und Wirtschaft auch über die Kreisgrenzen hinaus wichtig. Wir arbeiten als Wirtschaftsförderung daran, den Technologietransfer in die Unternehmen zu erleichtern. Unser TIP Innovationspark Nordheide bietet auch dank der Unterstützung vieler Kooperationspartner aus Forschung und Entwicklung neue Möglichkeiten dazu.“

Mit dem TIP Innovationspark Nordheide plant und entwickelt die WLH am Standort Buchholz i.d.N. ein innovatives und nachhaltiges Wirtschaftsgebiet: Auf rund 25 Hektar entstehen smarte Gewerbegrundstücke mit hoher Aufenthaltsqualität für die Arbeitswelt von morgen. Die Erschließungsarbeiten für den TIP haben jüngst begonnen. Der TIP Innovationspark richtet sich vor allem an Unternehmen mit wissensbasierten oder technologieorientierten Arbeitsplätzen. Das Projekt wird von einer Reihe von Kooperationspartnern aus Wissenschaft und Wirtschaft unterstützt – darunter auch die Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften, Standort Suderburg.